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| 30 | 10 | 2026 | Schweiz | |
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Hitze und Trockenheit haben den Forellen und Äschen vielerorts heftig zugesetzt. Grosse Flüsse des Mittellands wie die Aare bieten zum Glück vielseitige Alternativen. Ivan Valetny beschreibt uns, wo er Egli, Hecht, Wels und Alet sucht und mit welchen Methoden er sie fängt.
Wo soll man mit Fischen beginnen? Im grossen Fluss halten sich viele Fische in Grundnähe auf, wo die Strömung durch Steine und Vertiefungen gebremst wird. Auch entlang der Ufer finden sie strömungsärmere Bereiche. Tiefere Stellen in Ufernähe und leichte Vertiefungen mitten im Flussbett sind deshalb gute Standplätze.
Aussenkurven sind meistens tiefer und vielversprechender. Hinter Brückenpfeilern entstehen Strömungsschatten, in denen sich Fische aufhalten können. Bootsstege liegen oft über tieferem Wasser und bieten Schatten und Deckung für Kleinfische – die wiederum Räuber anlocken.
Einmündungen bieten mit ihren Strömungskanten und Tiefenunterschieden ideale Jagdgebiete. Weniger auffällig sind Schattenplätze unter grossen Bäumen. An sonnigen Tagen fange ich dort vermehrt Egli, Alet und Hechte. Ins Wasser gestürzte Bäume bieten zusätzlich Verstecke für Brutfische, Krebse und Insektenlarven. Die Räuber sind dann oft auch nicht weit. Manche Hotspots sind unscheinbarer, deshalb lohnt es sich, Strecke zu machen und das Gewässer abzusuchen.
Zum Hechtfischen verwende ich an der Aare ausschliesslich Schaufelschwanz-Gummifische von 9 bis 10 cm am Jigkopf. Vom treibenden Boot aus reichen mir meist 9 bis 20 g. Ich führe die Köder relativ schnell, auch im Winter. Die Schaufelschwänze erzeugen beim Anjiggen und Absinken kräftige Druckwellen. Mit diesen eher kleinen Gummis habe ich weniger Fehlbisse und kann leichteres Gerät verwenden. Das aktive Führen strengt weniger an, sodass ich länger konzentriert fische.
Vom Ufer gehe ich ähnlich vor, verwende bei starkem Strömungsdruck aber Jigköpfe bis 30 g. Wer lieber schleppt, kann schwerere Gummifische oder tieflaufende Wobbler in Ufernähe hinter dem Boot herziehen. So lassen sich auch grössere Köder entspannt anbieten.
Als ich noch gezielt auf Wels fischte, verwendete ich vom Ufer Seitenarm- und Laufbleimontagen. Vom Boot liess ich den Köder gerne unter einem Zapfen treiben. Das Wallerholz habe ich nicht genutzt; andere setzen es aber erfolgreich ein. Das richtige Klopfen braucht allerdings Übung! Ich fischte vor allem in der Dämmerung und nachts mit Knicklichtern. Als Köder dienten Wurmbündel, Cervelatstücke, Poulet oder tote Fische. Leber im Strumpf war nie mein Ding, andere schwören darauf. Inzwischen begegnen mir Welse vor allem als Beifang beim Spinnfischen. Schon auf 5 cm kleine Pintails beim Eglijiggen, am Carolina-Rig und beim Jiggen auf Hecht haben sie zugepackt.
Auf Egli fische ich an der Aare am liebsten mit Kunstködern. Je nach Aktivität der Fische und Strömung kommen verschiedene Montagen zum Einsatz.
Sind die Egli in Fresslaune, ist der Jig meine erste Wahl. Oft ist das frühmorgens oder spätabends der Fall. Im trockenen Sommer 2026 habe ich sie aber auch mitten am Tag rauben sehen und gefangen. Entdecke ich jagende Egli, fische ich die Stelle mit dem Jig ab, bis die Bisse ausbleiben.
In der Strömung mag ich Pintails am Dart-Jig. Ohne Schaufelschwanz bieten sie weniger Wasserwiderstand und sinken schneller. Der Dart-Jig verleiht ihnen beim Anzupfen ein abwechslungsreiches Laufspiel. Die Bisse kommen beim Absinken, manchmal auch am Grund oder während der Köder langsam mit der Strömung treibt.
Vom Ufer werfe ich leicht stromauf und lasse den Köder bei offenem Rollenbügel absinken. Danach schliesse ich den Bügel und nehme vorsichtig Kontakt auf. Die Entlastung der Schnur zeigt den Grundkontakt an. Nun zupfe ich an, mache gleichzeitig ein bis drei Kurbelumdrehungen und lasse den Köder wieder absinken.
Mit zunehmendem Strömungsdruck reichen kürzere Züge oder eine Kurbelumdrehung. Bei starker Strömung zupfe ich nur noch an und halte die Schnur auf Spannung. So lässt sich die Drift mit wiederholtem Grundkontakt abjiggen. Die Führung muss während eines Wurfs laufend angepasst werden.
Erreicht der Köder den Grund nicht, erhöhe ich das Jiggewicht. Mit einer dünnen 0,10 mm-Schnur genügen in ruhigen Bereichen meist 4 bis 7 g, bei mehr Strömung 8 bis 10 g. Oft stehen die Egli dann aber näher am Ufer, sodass kurze Würfe mit leichten Jigs ausreichen.
Schaufelschwanzgummis benötigen meist etwas mehr Gewicht, um ähnlich schnell zu sinken. Ihr gleichmässigerer Lauf und die zusätzlichen Druckwellen können an manchen Tagen den Unterschied machen. Stromauf geführt arbeitet der Schwanz weniger stark, gegen die Strömung dafür umso kräftiger. Flexibel bleiben lohnt sich.
Vom treibenden Boot lässt sich bei wenig Wind fast wie im Stillgewässer fischen. Ich suche grossflächig die Grundstrukturen ab. Finde ich einen guten Bereich, drifte ich ihn mehrfach ab, bis die Bisse ausbleiben.
Sind die Egli weniger aktiv, kommt das Carolina-Rig zum Zug. Diese Laufbleimontage spielt ihre Stärken auch im Fluss aus. Zwar bleibt der Köder in den Pausen selten so ruhig liegen wie im See, doch schon die Verlangsamung in Grundnähe kann einen Biss auslösen.
Ich verwende Bulletgewichte von 7, 10, 14 oder 20 g. In ruhigeren, tieferen Abschnitten genügen bei niedrigem Wasserstand meist 7 bis 10 g. Blei und Perle laufen auf etwa 50 cm Fluorocarbon mit 0,23 mm Durchmesser, das ich per Knotenlosverbinder an der Hauptschnur befestige. Am abschliessenden Wirbel folgen rund 40 cm Fluorocarbon mit 0,20 mm und ein passender Offsethaken. Darauf ziehe ich einen schlanken Schaufelschwanzgummi oder einen lebhaft spielenden Creaturebait.
Ich werfe leicht stromauf, lasse die Montage bei offenem Bügel absinken und nehme Kontakt auf. Während sie abtreibt, reicht meist eine Kurbelumdrehung, gefolgt vom nächsten Grundkontakt. Bei stärkerem Strömungsdruck bewege ich nur die Rutenspitze. Bleibt die Montage im ruhigeren Uferbereich liegen, hole ich wieder mit einer bis zwei Umdrehungen ein. Nach etwa jeder dritten Absinkphase lege ich eine längere Pause ein. Das bringt oft den Biss. Während der Drift sind Bisse schwerer zu erkennen als im ruhigeren Bereich, wo die Strömung die Schnur gespannt hält.
Hier verwende ich Bulletgewichte von 5, 7 oder 10 g und Vorfächer von 40 bis 80 cm. Als Köder dienen Pintails, am liebsten in 7 cm Länge. Diese laufen am Rig nach meiner Erfahrung besonders schön. Auswerfen, zum Grund sinken lassen und mit vielen feinen Schlägen in die lockere Schnur durchs Mittelwasser zupfen: So imitiere ich ein flüchtendes Fischchen. Dabei nicht zu schnell kurbeln. Jagen die Egli flach oder über Krautbänken, lasse ich den Köder nach dem Wurf nur kurz absinken. Das funktioniert vom Ufer und vom Boot.
Sinkende Wobbler lasse ich zunächst absinken und twitche sie dann durchs Mittelwasser. An flacheren Stellen funktionieren auch gleichmässig eingekurbelte Crankbaits. Vom Boot lassen sich Wobbler auch mit vorgeschaltetem Blei schleppen. Einige Meter Vorfach geben ihnen genügend Spielraum.
Vom Ufer lasse ich einen schweren Spinner absinken und ziehe ihn durchs Mittelwasser ein. Kurze Würfe reichen oft, um die Uferkante abzusuchen. Mit einem vorgeschalteten Blei lässt sich auch ein leichter Spinner grundnah anbieten. Diese an der Aare beliebte Montage wird gerne mit einem Einzelhaken gefischt, garniert mit einem kleinen Gummifisch oder einigen Maden. Auch zum Schleppen in Ufernähe eignet sie sich. So lassen sich auch grössere Egli zur Verfolgung reizen.
Vom Ufer lasse ich die Montage absinken und am Grund entlangtreiben. Viele Bisse kommen am Fuss der Uferkante. Durch die wiederholten Grundkontakte des Bleis und die Strömung spielt der Köder weitgehend von selbst. Pintails eignen sich besonders gut. Vom treibenden Boot kann man die Montage entspannt über den Grund schleifen. Wer aktiver fischen möchte, wirft aus und zupft sie mit Pausen ein. Etwas mehr Gewicht ermöglicht schnelle Sprünge und hilft, grössere Bereiche nach Fischen abzusuchen.
Meine Zweiergambe hat kurze Seitenarme mit aufgezogenen Schaufelschwanzgummis. Sie funktioniert vom Ufer und vom Boot. Mit genügend Gewicht führe ich sie in schnellen Sprüngen. Zwischendurch kurble ich einige Umdrehungen und lasse sie wieder absinken. So arbeiten die Schaufelschwänze kräftig und ich suche zügig Strecke ab. Ist ein Schwarm in Beisslaune, steigen auch zwei Egli gleichzeitig ein. Deshalb verwende ich für diese Montage 0,28 mm-Vorfachmaterial.
Grundmontagen Für Egli und Weissfische halte ich die Grundmontage für besonders erfolgversprechend. Viele Fische stehen ufernah in strömungsberuhigten Bereichen, oft am Fuss der Uferböschung. Dort platziere ich eine ausreichend schwere Montage mit Wurm als Köder. Sowohl ein Birnenblei mit zwei darüberliegenden Haken als auch ein Laufblei mit nachgeschaltetem Vorfach funktionieren gut.
Mit dem Zapfen Die Zapfenmontage eignet sich für ufernahe Alet, Rotfedern und Rotaugen sowie für flache, krautige Bereiche weiter draussen. Auswerfen und treiben lassen, bis der Zapfen abtaucht. Halte den Schnurbogen klein, damit der Anhieb durchkommt. Insgesamt finde ich diese Technik an der Aare allerdings weniger erfolgversprechend als die anderen Methoden.
Freie Leine auf Alet Eine Brotflocke, eine Brombeere, ein Wurm oder ein Stück Käse am Einzelhaken: Mehr braucht es manchmal nicht. Ich pirsche mich an einen bekannten Aletstandplatz heran und lasse den Köder bei offenem Rollenbügel treiben und absinken. Zieht die Schnur plötzlich schneller ab, folgt der Anhieb. So einfach kann es sein.
Auch im Winter suchen Alet nach Nahrung und stehen mitunter im flachen Uferwasser. Ihr Fleisch schmeckt fein; wegen der vielen Gräten verarbeite ich es im Fleischwolf. Daraus lassen sich feine Fischburger oder Bratchügeli zubereiten. Petri Heil!
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