Eisee[: Fischen am Fusse des Brienzer Rothorns]
14 | 09 | 2026 SchweizText & Fotos: Nick Hagenbuch 044
14 | 09 | 2026 Schweiz
Text & Fotos: Nick Hagenbuch 0 44

Eisee: Fischen am Fusse des Brienzer Rothorns

Rund 500 Höhenmeter unterhalb des höchsten Punkts des Kantons Luzern liegt auf fast 1900 Metern über Meer der Eisee. Das natürliche Seelein ist bequem mit der Bergbahn erreichbar und bietet fortgeschrittenen Fischern wie auch Anfängern eine attraktive Fischerei.


Den Eisee kann man von zwei Seiten her erreichen: Entweder man fährt von der Berner Seite her mit der idyllischen Brienzer Rothornbahn in Richtung Gipfel, oder man legt die Strecke von Sörenberg im Kanton Luzern mit der Gondel zurück. Oben führt ein kurzer Spazierweg durch einen Stollen, gefolgt von einer Fahrt mit dem Sessellift hinunter zum Restaurant Eisee. Von dort sind es nur noch wenige Meter bis zum See.

 

Perfektes Gewässer für Gross und Klein

Der Eisee wird von den Fischer-Freunden Eisee bewirtschaftet. Von Mitte Juni bis Mitte Oktober können Regen­bogen­forellen, Bachforellen sowie Saiblinge im vier Hektaren grossen See überlistet werden. Da der See bequem erreichbar ist und mit einem guten Besatz lockt, ist er entsprechend beliebt bei Familien und Einsteigern. Auch der aus Sörenberg stammende Schwingerkönig Joel Wicki soll regelmässiger Gast am Eisee sein. Selbst versierte Fischer werden am malerischen Bergsee ihre Freude haben und können beispielsweise versuchen, die zuverlässig steigenden Fische mit der Trockenfliege anzuwerfen.

 Von Sörenberg her kommend erreicht man den Eisee am einfachsten mit der Luftseilbahn. Sonnenaufgangsfahrten sind für Fischer besonders attraktiv.

Von Sörenberg her kommend erreicht man den Eisee am einfachsten mit der Luftseilbahn. Sonnenaufgangsfahrten sind für Fischer besonders attraktiv.


Top-Service am Eisee

Das Fischerpatent kann im Restaurant Eisee gelöst werden – genauso wie dort auch Fischerruten gemietet werden können. Ein Patent kostet 33 Franken. Es kann nach dem Fang von sechs erlaubten Fischen wieder neu gelöst werden. Besonders praktisch: Das Restaurant bietet auch einen Raum an, um die Fische nach dem Fang zu versorgen, zu vakuumieren und bei Bedarf im Kühlschrank zwischenzulagern.

 

Macht sich der Taktikwechsel bezahlt?

Bei meiner Eisee-Premiere erfuhr ich vor Ort, dass am Vortag ein Plauschfischer-Event stattgefunden hatte. Entsprechend gespannt war ich, ob die Fischerinnen und Fischer noch den einen oder anderen Fisch im See übriggelassen hatten. Frühmorgens fuhr ich von Sörenberg her mit meiner Frau mit der «Sonnenaufgangsfahrt» hoch aufs Brienzer Rothorn. Schliesslich wanderten wir zum Eisee hinunter und hielten dabei immer wieder inne, um die unzähligen Gämsen und Stein­geissen zu bewundern.

Mein Vorhaben, gezielt auf die Saiblinge zu fischen, erwies sich dann allerdings als schwierig: Das Seewasser war äus­serst warm und der Gewässergrund, wo ich die hübschen Weissflössler vermutete, erwies sich als krautig und schwer zu befischen. Nach einer Stunde erfolglosen Fischens und ständigem Entfernen von lästigem Kraut änderte ich meinen Plan und stellte um auf das oberflächennahe Fischen auf die zahlreich steigenden Regenbogenforellen.

 Dieser 45er-Regenbögler machte ganz schön Radau am feinen Gerät: ein Gummifisch brachte schliesslich den Erfolg.

Dieser 45er-Regenbögler machte ganz schön Radau am feinen Gerät: ein Gummifisch brachte schliesslich den Erfolg.


Mit Finesse zum Erfolg

Nach einigem Ausprobieren hatte ich schliesslich den Erfolgsköder des Tages gefunden: Ein gelber, sieben Zentimeter langer Gummifisch, aufgezogen auf einen Forellenhaken und aktiv geführt brachte die Bisse. Mit diesem Köder konnte ich bis zum Mittag fünf schöne und äusserst kampfkräftige Regenbogenforellen fangen – zwei davon waren mit je 45 Zentimetern sogar richtige Brummer. Auf Löffel oder andersfarbige Gummifische tat sich seltsamerweise überhaupt nichts. Auch die vielen Buldofischer fingen an diesem sonnigen Tag praktisch keine Forellen.

Nach einer Stärkung im Restaurant und dem Versorgen der Fische blieb noch die Rückfahrt mit der Bergbahn. Dieser Halbtagesausflug war für uns perfekt, auch wenn wir den Schwinger­könig an diesem Tag nicht angetroffen hatten.

 

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