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![Feumer: [Der unterschätzte Begleiter am Wasser]](/assets/cache/1920/1080/media/Artikel/2026/04/feumer/_MG_7176.jpg)
| 03 | 04 | 2026 | Praxis | |
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Der Feumer entscheidet oft, ob ein Drill erfolgreich endet. Richtig gewählt und eingesetzt, verkürzt er den Kampf, reduziert Verletzungen und ist ein zentraler Bestandteil verantwortungsvoller Fischerei. Der französische Wettkampf-Fischer Morgan Calu teilt mit uns die Erfahrungen eines Profis.
Der Feumer ist ein wichtiges Werkzeug beim Fischen. Er hilft uns nicht nur, einen Fang sicher zu landen, sondern auch, ihn unter optimalen Bedingungen zu handhaben – um ihn allenfalls schonend wieder zurücksetzen zu können. Obwohl das Mitführen eines Feumers im Lernmittel «Schweizer Sportfischer Brevet» zur Erlangung des SaNa-Ausweises für obligatorisch erklärt wird, ist sein Einsatz für viele Petrijünger noch nicht selbstverständlich. Dabei gibt es für so gut wie jede Angeltechnik passende Modelle. Nach mehreren Jahren Wettkampferfahrung bin ich sogar der Überzeugung, dass die Wahl des Feumers fast so wichtig ist wie die Wahl der Rute!
Genau wie bei den Ruten gibt es auch bei Feumern nicht wirklich den Alleskönner. Mit einem einzigen Modell Forellen, Felchen und Hechte zu landen, ist nicht ideal. Hersteller bieten heute eine breite Palette von Modellen in unterschiedlichen Preisklassen an. Es lohnt sich, je nach Angelart verschiedene passende Feumer anzuschaffen.
Für mich ist er unverzichtbar, besonders dann, wenn Fische zurückgesetzt werden. Der Feumer – in Deutschland Kescher genannt – besteht aus einem Kopf mit Netz und einem Stiel zur Handhabung. Entgegen der verbreiteten Meinung ist er nicht nur für grosse Fische gedacht. Gerade bei Forellen oder Felchen erleichtert er die Landung erheblich. Und trotzdem verzichten viele darauf: «Im Notfall lande ich den Fisch von Hand», «Ich greife ihn am Maul» oder «Irgendwie geht es dann schon». Das mag mit Geschick und etwas Glück manchmal gelingen, aber es geht ja nicht nur darum, dass man am Ende den Fisch hat. Denn dank des Feumers verkürzt sich der Drill. Das bedeutet weniger Stress für den Fisch und eine geringere Aussteigerquote. Eine schonende Landung schützt zudem sowohl Fisch als auch Fischer, besonders beim Umgang mit Hechten oder grossen Salmoniden. Das Feumern verhindert dann Verletzungen durch Bodenkontakt oder freistehenden Haken. Im Netz gesichert, lassen sich die Fische in Ruhe schonend abhaken, messen und anschliessend wieder ins Wasser entlassen oder versorgen.
Einen Feumer zu besitzen ist gut – aber ihn korrekt einzusetzen gehört dazu.
Nimm den Feumer nicht zu früh zur Hand, um Dich nicht vom Drill abzulenken. Erst wenn der Fisch ermüdet ist, greife ich zum Netz. Ich tauche den Feumer dann nur zu einem Drittel oder maximal zur Hälfte ein. Ist der Feumer zu tief im Wasser, entsteht Widerstand, und Du verlierst die Beweglichkeit, um ihn je nach Situation rasch zu manövrieren. Führe den Fisch via Rute mit dem Kopf voran ins Netz: Den Fisch zum Feumer bringen – nicht umgekehrt! Nur auf den letzten Zentimetern kannst Du das Netz noch vollends unter und um den Fisch schieben.
Bei starker Strömung positionierst Du den Feumer stromabwärts und hältst den Fisch kopfvoran gegen die Strömung. Dann lässt Du ihn behutsam mit der Strömung ins Netz gleiten und hebst den Feumer rasch aus dem Wasser, sobald Dein Fang drin ist.
Beim Streetfishing wird teilweise der «Drop» angewendet: Der Fisch wird mit der Rute kurz angehoben und direkt ins Netz gelupft. Diese Technik eignet sich für eher kleinere Fische, insbesondere Egli. Sie verkürzt den Drill, erfordert jedoch gute Koordination und etwas Fingerspitzengefühl, um ein Ausschlitzen im letzten Moment zu verhindern.
Das Netz der Feumer unterscheidet sich in Material, Maschengrösse, Form und Tiefe.
Je grösser der Zielfisch, desto breiter und tiefer sollte das Netz sein. Hecht, Zander oder Wels benötigen ausreichend Tiefe, um sicher gehalten zu werden. Für kleinere Raubfische wie Egli genügt ein flacheres Netz. Zu tiefe Feumer erschweren die Handhabung und erhöhen das Risiko von Verwicklungen. Runde oder sechseckige Maschen verformen sich weniger als quadratische und neigen weniger dazu, dass kleinere Fische durchschlüpfen oder mit dem Kopf steckenbleiben.
Ein grosser Kopf erleichtert das Landen eines langen Fischs, erhöht jedoch das Gewicht und den Wasserwiderstand des Feumers. Auch muss die Handlichkeit während des Fischens bedacht werden. Ich wähle meist einen Durchmesser, der ungefähr der erwarteten Fischlänge entspricht. Auf Hecht oder Wels reichen mir 80 bis 100 cm, da sich diese Fische im Netz krümmen können. Entscheidend ist dann die Netztiefe.
Runde Köpfe sind besonders vielseitig und funktionieren auch gut bei Strömungen. Dreieckige oder quadratische Köpfe sind dafür in Seen effektiver beim frontalen Landen.
Auch der Stiel muss zur Angeltechnik passen.
Wie Du siehst, ist der Feumer weit mehr als nur ein einfaches Zubehör. Er muss passend zur Fischart, zur Technik und zur Angelsituation gewählt werden. Richtig eingesetzt, ist er ein zentrales Element einer verantwortungsvollen und effizienten Fischerei – eine Kunst für sich.
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